Hongkong, Flugzeuge und der Blick nach oben

Stadt, überall Stadt. Dazu Menschen, überall Menschen. Mittendrin in Hongkong, der chinesischen Sonderverwaltungszone, wo eigentlich nur eins zählt: Geld. Und wo sie eins nicht haben: Platz. Das führt dann zu so sonderbaren Auswüchsen, dass ein Manager schon mal über 650.000 US Dollar für einen Parkplatz bezahlt und wo sogar der Spiegel sich berufen fühlte, eine kurze Mitteilung zu machen. Strange world, kann man da nur sagen. Höchste Zeit also, um kurz inne zu halten, den Kopf in den Nacken zu legen und einfach mal nach oben zu gucken. Himmel und Flugzeug, eine entschleunigende Verbindung.

Augen zu und Flugzeug

Hongkong ist aufregend, erregend und ungemein Kraft raubend. Man kann sich aber auch wunderbar treiben lassen und so vieles entdecken. Manchmal lohnt der Blick nach oben, um einfach eine gewisse Stille in dieser irrsinnigen Metropole fühlen zu können. Genau so kam es zu diesem Bild. Die Sonne schob sich hinter der mächtigen Betonwüste nach unten, der Himmel anständig blau und ich konnte den vielen Wolken dabei zusehen, wie sie sich ganz langsam verformten. Dazwischen scheint das deutlich schnellere Flugzeug wie ein Fleck, der da nicht hingehört.

Dabei ist mir aufgefallen, dass ich in diesem Moment auch nicht dazugehörte. Ein Feind im Stadtbild, den Blick nach oben ins Nirgendwo gerichtet. Aber glücklich. Die Gedanken werden auf einmal frei, der Lärm interessiert nicht mehr, dafür die unheimliche Weite direkt über mir.

Symbol der Sehnsucht

Gleiches sagt man ja allgemein über das Fliegen. Einsteigen, Sitzen, sich die Zeit vertreiben, ankommen, endlich wieder aussteigen, entdecken. Oder langweilen. Wer viel reist, verflucht bisweilen dieses Transportmittel, das so unmittelbar auf uns wirkt. Hier einsteigen, 11.000 Kilometer weiter östlich wieder aussteigen. Andere Zeitzone, andere Kultur, anderes Klima, gerade mal 12h Reisezeit entfernt. Surreal. Und dennoch ist das Flugzeug für mich ein symbolischer Sehnsuchtsort. Weil es mich dahin bringt, wo ich vermeintlich noch nie gewesen bin, oder, und das ist mitunter besonders schön, mich zurückbringt an Orte, die ich liebe und die eine ganz besondere Bedeutung für mich über die Jahre bekommen haben.

Doch wie man es auch betrachtet, manchmal auch von der Tagesform abhängig, eins bleibt sehr klar, ich werde vermutlich noch öfter einsteigen müssen. Und egal, wie lange auch die Reise dauern mag, ein kurzes Lächeln wird sicherlich auch immer in einem Gesicht sein.

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2 Kommentare

  1. Wo ist der Link zu Instagram?!? 🙂

  2. Andreas

    Danke, Mike! Jetzt ist der Link auch wieder drin.

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